Gesellschaft zweisprachig

Bilingualer Unterricht an der Gesamtschule

"Jeder Schüler und jede Schülerin muss heute zwei Muttersprachen beherrschen Deutsch und Englisch". Diese Empfehlung des ehemaligen Bürgermeisters und jetzigen Bundestagsabgeordneten Hans-Ulrich Klose vor Zehntklässlern der Gesamtschule Süderelbe hat nicht zur Einführung des bilingualen Unterrichts geführt, kennzeichnet aber die Notwendigkeit des intensiven Erlernens von Fremdsprachen in der modernen Welt. Der Gebrauchswert einer weiteren Sprache in einem immer "enger" werdenden Europa muss nicht mehr ausführlich begründet werden. Wirtschaft, Technik und Beruf stellen immer höhere Anforderungen an die sprachliche Kompetenz junger Menschen. Die freie Wahl des Arbeitsplatzes in jedem Land der EU wird durch erweiterte Fremdsprachenkenntnisse der heranwachsenden Generation erst ermöglicht. Durch den Fachunterricht auf Englisch erleben Schülerinnen und Schüler die Sprache Englisch nicht mehr nur als Fremdsprache, sondern zunehmend als Zweitsprache im Schulalltag.

Dieser Meinung war auch die Mehrheit des Kollegiums an unserer Schule, als es dem Unterrichtsversuch " Zweisprachiger Unterricht im gesellschaftlichen, historischen und geographischen Bereich" zustimmte. Das neue Fach "Gesellschaft zweisprachig" mit drei Wochenstunden in den Wahlpflichtunterricht einzubinden wurde von der Idee getragen, es jedem Kind zu ermöglichen den Pflichtunterricht in den Fächern Englisch und Politik durch eine besondere Profilbildung zu ergänzen.

Im Schuljahr 1996/97 waren wir zum ersten Mal in der Situation, dass die Mehrheit der Kinder in der Grundschule schon Englischunterricht hatte und der Jahrgang 7 eine volle Sechszügigkeit besaß. Bei der Erarbeitung eines Konzeptes für das neue Fach stützten wir uns hauptsächlich auf die positiven Ergebnisse aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Auch die Anregungen aus dem Helene-Lange-Gymnasium in Hamburg waren sehr hilfreich.

Die Entscheidung, welche Inhalte auf Englisch angeboten werden sollten, hing von den personellen Gegebenheiten der Gesamtschule Süderelbe ab. Es fanden sich keine Kolleginnen und Kollegen, die die Kombination Englisch und naturwissenschaftliche Fächer unterrichteten. Dafür gibt es allerdings auch Begründungen, die in den fachspezifischen Inhalten einzelner Fächer liegen. In NRW hat sich herausgestellt, dass in einem naturwissenschaftlichen Fach wie z.B. Biologie, die Quantität der Fachtermini zu groß ist, jedenfalls größer als in den historisch und geographisch orientierten Fächern. Außerdem ist für die vertiefende Beschäftigung mit anderen Ländern das Fach Biologie weniger geeignet. Im Geschichts- und Erdkundeunterricht ist die Fachsprache dicht an der Allgemeinsprache.

Ein offener durch das Internet unterstützter Unterricht, wie er gerade in sachkundlich orientierten Fächern möglich ist, bietet sich an. Auch das Deutsche soll dabei nicht zu kurz kommen, denn die Schülerinnen und Schüler werden auch weiterhin Deutsch sprechen und selbstbeschaffte Materialien in deutscher Sprache können von den Lehrerinnen und Lehrern nicht abgelehnt werden.

"Bei der Bewertung der Schülerleistungen in dem in der Fremdsprache unterrichtetem Fach, sind in erster Linie die fachlichen Leistungen zu beurteilen." Nach dieser Empfehlung des Kultusministeriums in NRW wird auch an unserer Schule gehandelt.

Unser Themenkatalog gibt Auskunft über die Unterrichtsinhalte:

Jahrgang 7:

Topography (The World, Great Britain) Project: The World
Project "My school" (Video)
Great Britain (general overview)
Romans in Britain
Saxons in Britain
Normans in Britain

Jahrgang 8:

United States History-Settlement and Immigration
How the west was won
USA Yesterday and today
Great Britain Industry, agriculture, climate, tourism

Jahrgang 9:

Native Americans Navaho, Hopi Apache, Iroquois, Sioux
South Africa Apartheid, society and transition

Jahrgang 10:

Non-violent protest
Violence and Capital Punishment
British contemporary history / Inside the Britsh Isles
USA (Beyond the big cities) Education, media, news, environment

In der enger zusammenwachsenden EU werden die sichere Beherrschung der Sprachen und das Verständnis für die Belange der Partnerländer zukünftig von großer Bedeutung sein. Auf diese Situation bereiten wir die Schülerinnen und Schüler im Fach "Gesellschaft zweisprachig" an der Gesamtschule Süderelbe vor.

Gerhard Dammann Klaus Ellerbrock

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