Stellungnahme der GGG zum Inklusionstreffen am 18.9.2014

 

 

1.              Für die GGG ist Inklusion das selbstverständliche Zusammenleben aller Menschen im Sinne einer gleichberechtigten selbstbestimmten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unabhängig von individuellen Merkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Fähigkeiten und Behinderungen. Ihre Gestaltung ist eine herausfordernde Aufgabe für die ganze Gesellschaft, nicht nur für Menschen, die sich mit schulischer Bildung befassen.

Die GGG begrüßt deshalb das uneingeschränkte Elternrecht auf inklusive Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und sieht darin ein unverzichtbares Menschenrecht.

 

2.              Die Realisierung der inklusiven Schule erfordert eine inklusive Schulstruktur. Inklusive Schule und selektives Schulsystem stehen zueinander in einem unauflöslichen Widerspruch. In den Leitlinien für Inklusion der deutschen UNESCO-Kommission von 2009 wird festgestellt: „Ein inklusives Bildungssystem kann nur geschaffen werden, wenn Regelschulen inklusiver werden - mit anderen Worten: wenn sie besser darin werden, alle Kinder ihres Einzugsgebiets zu unterrichten.“ 

 

3.              Die inklusive Schule erfordert eine Schul- und Lernkultur, die geprägt ist von der Übernahme der Verantwortung für jedes einzelne Kind, vom Respekt vor der Einzigartigkeit jedes Kindes und vom Vertrauen in die Fähigkeiten eines jeden Kindes. Nur so kann das individuelle Recht eines jeden Kindes auf inklusive Teilhabe und eine hochwertige Bildung eingelöst werden.

 

4.          Die Weiterentwicklung  inklusiver Methodik und Didaktik ist eine Aufgabe, der sich die Stadtteilschulen stellen wollen und die sehr anspruchsvoll und langwierig ist, weil sie von allen Pädagogen eine Haltungsänderung und die Erweiterung ihrer pädagogischen und didaktischen Kompetenzen erfordert.

 

5.         Die öffentliche Debatte über die Verpflichtung auf eine inklusive Gesellschaft und die Ausgestaltung einer inklusiven Schule darf aus Sicht der GGG nicht ausschließlich auf die Ressourcenfrage verkürzt werden. Gleichsam jedoch ist die  angemessene Ressourcenausstattung eine unabdingbare Gelingensbedingung für die Inklusion. Von den politisch Verantwortlichen müssen daher die organisatorischen, personellen und finanziellen  Rahmenbedingungen für die inklusive Schule geschaffen werden.

 

6.        Zu den Rahmenbedingungen gehört nicht nur die verlässliche und auskömmliche personelle und räumliche Versorgung. Fragen der Lehrerbildung und der inhaltlichen Begleitung inklusiver Schule durch die Behörde sind von hoher Wichtigkeit. Auch die Förderung einer kriteriengestützten Besuchs- und Hospitationskultur und die personelle Ausstattung für multiprofessionelle Teams an den Einzelschulen sind wichtige Leistungen im Rahmen der politischen Verantwortung für die Inklusion.  

 

Für die Stadtteilschulen in Hamburg ist die Umsetzung der inklusiven Schule Herausforderung und Chance zugleich, da sie die Schulentwicklung der Einzelschulen in positiver Hinsicht bestärken kann. Der Grundsatz einer  Pädagogik der Heterogenität erfährt  mit dem gemeinsamen Lernen aller Kinder und Jugendlichen hier ihren besonderen Wert.

 

                                                                                                                                    GGG Landesvorstand Hamburg, 15.9.2014

 

 

 

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