Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule e.V.-
- Gesamtschulverband -
Landesverband Hamburg

c/o Inge Noack

Pressemitteilung

Hamburger Bildungsdemonstration am 15. Dezember 2003

Die Regierungskoalition in Hamburg aus CDU, PRO (Schill-Partei) und FDP hat sich selbst zerstört. Damit ist die Chance eröffnet, auch in der Bildungspolitik neue Zeichen zu setzen. Der bisherige Senat hat mit seiner Bildungspolitik nichts zur Unterstützung der Schulen getan, die durch PISA sichtbar gewordenen Defizite aufzuarbeiten. Er hat im Gegenteil

  • mit den integrationsfeindlichen Weichenstellungen im eilig verabschiedeten Schulgesetz,
  • mit den vor allem bei den Gesamtschulen massiven Mittelkürzungen,
  • mit der konzeptionslosen Verkürzung der Schulzeit,
  • mit der überstürzten flächendeckenden Umsetzung eines nicht ausgereiften Arbeitszeitmodells für Lehrerinnen und Lehrer,
  • und mit der Einführung detailversessener Bildungspläne und handwerklich unzureichend gefertigter Ausbildungsordnungen

die Arbeitszeit der Lehrer und Lehrerinnen erhöht, die Anforderungen gesteigert und ihnen mit rückwärtsgewandten Vorgaben jede Motivation genommen, sich in den Schulen über die Erteilung von Pflichtstunden hinaus für ein anregendes und förderndes Schulleben zu engagieren.
Das können Lehrer und Lehrerinnen, Eltern, Schüler und Schülerinnen sich nicht gefallen lassen. Der Erfolg der Volkspetition hat eindrucksvoll sichtbar werden lassen, dass Exsenator Lange (FDP) eine Bildungspolitik gegen alle Schüler und Schülerinnen, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer betrieben hat.
Nach Langes Rücktritt hatte der neue Senator Soltau (FDP) begonnen, diesen verhängnisvollen Weg auf eine geschicktere Art fortzusetzen. Das darf nicht sein!
Noch ist es nicht zu spät!
Als Gesamtschulverband fordern wir eine umfassende und konsequente Schulreform hin zu einem integrativen Gesamtschulsystem. Nach den Ergebnissen der nationalen und internationalen Schulforschung kann es nicht darum gehen, das gegliederte Schulwesen retten zu wollen.

Von einer neu gewählten Regierung in Hamburg fordern wir:

  • Einleitung einer umfassenden und konsequenten Schulreform mit dem Ziel: Eine integrative Gesamtschule für alle bis zum Ende der Pflichtschulzeit.
  • Und damit: Wiederaufnahme des Grundsatzes der Integration in das Schulgesetz. Korrektur der in das Schulgesetz aufgenommenen Barrieren zwischen den Schulformen des gegliederten Schulwesens.
  • Keine Auslese in die Dreigliedrigkeit, sondern individuelle Förderung aller, um Leistung zu steigern und soziale Gerechtigkeit zu verwirklichen.
  • Förderung der integrativen Gesamtschulen, die schon heute über die besten Voraussetzungen für eine Entwicklung zu einer Schule für alle verfügen.
  • Und deswegen: Rücknahme der überproportionalen Kürzungen an den Mitteln der Gesamtschulen, um ihre Weiterentwicklung zu einer Schule für alle zu unterstützen.

 

Inge Noack
Mitglied im Landesvorstand der GGG
Landesverband Hamburg

15. Dezember 2003

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