Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule e. V.
- Gesamtschulverband -

Landesverband Hamburg


 

 

Presseerklärung

 

Herr Scheuerl von der Initiative „Wir wollen lernen“ hat wieder einmal versucht, die Leistungen der Gesamtschulen herabzusetzen. Diesmal müssen die Abschlusszahlen des Schuljahres 2006 /2007 dafür herhalten. Dass ihm dazu der Senat mit seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Ties Rabe ( SPD ) auch noch das Material geliefert hat, ist eine zusätzliche Betrachtung wert. Auch wenn dem Senat  formal kein Vorwurf zu machen ist, da er korrekt auf die Fragen des Abgeordneten antwortet, so ist doch die Frage berechtigt, warum er Zahlen in die Welt setzt, die zu Missverständnissen führen müssen.

Es geht um die Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus Hamburger allgemein bildenden Schulen im Schuljahr 2006 / 2007. Diese werden in der Zusammenstellung des Senats nicht danach unterschieden, ob sie nach der 9. oder 10. oder erst nach der 12. oder 13. Jahrgangsstufe ihre Schule verlassen haben. So wird suggeriert, dass alle zu demselben Schülerjahrgang gehören. Das ist nicht der Fall. Aussagen über Abgängerzahlen lassen sich aber nur auf der Grundlage eines Schülerjahrgangs treffen.

Wichtiger ist, dass diese Zahlen nichts über den Erfolg oder Misserfolg einer Schulform aussagen. Die Schülerpopulationen, die hier miteinander verglichen werden, sind nicht miteinander vergleichbar. In jedem Jahr gehen nach der 4. Klasse der Grundschule ca. 50% der Schülerinnen und Schüler in ein Gymnasium über. Bezieht man diese Schüler und Schülerinnen in die Vergleichsrechnung ein – was Herr Scheuerl tut-, muss der Anteil derer, die die Schule ohne einen Hauptschulabschluss verlassen, natürlich niedrig ausfallen. Betrachtete man die Hauptschulen allein, liegt der Anteil ohne einen Abschluss bei 19,6%.

Angesichts der hohen Übergänge nach der Klasse 4 der Grundschule auf das Gymnasium sind die 22,6% der Gesamtschüler, die das Abitur erwerben, ein Erfolg. Viele dieser Abiturientinnen und Abiturienten sind ohne eine Gymnasialempfehlung zur Gesamtschule gekommen und in den Jahrgängen 5 bis 10 so gefördert worden, dass sie die gymnasiale Oberstufe erfolgreich abschließen konnten.

Anders sieht es an den Gymnasien aus. Von den 5732 Schülerinnen und Schülern, die 1998 in die 5. Klasse eines neunstufigen Gymnasiums eingetreten sind, haben am Ende des Schuljahres 2006 / 2007 nur 4406 das Abitur geschafft; 1326 sind vorher gescheitert. Das sind 23,2%. Darin liegt das Fiasko. Hamburg braucht eine Schule für Alle.

 

Hamburg, den 18.09.2008

 

Jürgen Riekmann
Mitglied im Landesvorstand der GGG
Landesverband Hamburg

 

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